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Der Traum von einer Harley beginnt im September 1994 am Linzer Hauptplatz. Es war Samstag, das Wetter super, keine Wolke am Himmel, das Thermometer zeigte noch 22 Grad. Plötzlich, ein Donnergrollen, wie kann das sein bei diesem Wetter? Das Donnergrollen wird lauter, die Passanten laufen zusammen, bilden eine Straße und dann sehe ich was da los ist! Die erste Harley- Parade meines Lebens! Die Erde bebt, die Luft vibriert, ein besonderer Duft liegt in der Luft! Ein Bike nach dem Anderen fährt am Hauptplatz ein, schön in Formation, Zweierreihe mit 2 Meter Abstand! Die Harleys mit dem vielen Chrom glänzen in der Sonne, ein toller Anblick, Faszination kommt in mir auf! Damals wusste ich noch nicht, dass das der Virus war, der genau in diesem Moment auf mich übersprang und den ich wohl nie mehr wieder loswerde. Die Parade war vorbei, die ca. 150 Harleys aus dem Blickfeld verschwunden, Thema erledigt, dachte ich! Einige Wochen vergingen, die Harley – Auffahrt hatte ich schon längst wieder vergessen, als mich ein Jugendfreund besuchen kam. Stolz erzählte er vom Kauf seiner ersten Harley Davidson! Er schilderte sein Baby in allen Details. In diesem Moment viel mir wieder die Parade im September ein, das ganze Chrom, der tolle Klang, die Bikerinnen und Biker die stolz ihre Bikes präsentierten! Da war Sie wieder, diese Faszination für das amerikanische Kult-Bike! Natürlich berichtete ich in diesem Gespräch von meiner ersten Harley-Parade. Das war ein Fehler, denn mein Freund übertrumpfte meine Erzählung mit einem kurzen Bericht über Daytona Beach und die ca. 500.000 Harleys die sich dort treffen. Mein Interesse für dieses Treffen war geweckt! Kurz entschlossen buchte ich mit meinem Harley-Spezi den nächsten Urlaub, die absolute Infektion, Daytona Beach!
Daytona war der Wahnsinn, er hatte nicht übertrieben, ganz im Gegenteil!
Es war noch viel eindrucksvoller als ich vorerst dachte. Im wahren Harley-Rausch wollte ich gleich in Amerika mein erstes Traumbike kaufen. Meine Euro Card spielte mir aber einen schlimmen Streich, sie gab das nötige Kleingeld nicht her! Sparen war angesagt, sparen auf eine Harley Davidson, ein leidiges Unterfangen!In der Zwischenzeit stillte ich meine Mopedgelüste mit einigen Bikes aus dem Land der aufgehenden Sonne. Nicht schlecht, tolle Motorräder, sie waren schnell, hatten viele PS, sahen super schnittig aus, verlangten unbedingt eine dicke und umständliche Lederkombi aber es war nicht das, was ich eigentlich, im innersten, von ganzem Herzen seit Jahren wollte, eine Harley! Der Virus wurde immer stärker, warum ich auch ziemlich jedes Harley-Treffen in Österreich besuchte, teils mit dem eigenen Bike oder die Bike-Week in Faak mit einem geliehenen Trike! Mit einem Japaner oder Italiener zum Treffen am Faaker See war für mich persönlich ein absolutes „No Go“. 2006 war es dann endlich so weit! Wieder einmal war ich mit meinen, in der Zwischenzeit, vielen Harley-Freunden am Faaker See und wieder einmal mit einem geliehenen Trike! Natürlich war ich wieder der Looser, der Japanerfahrer, der Organspender, der, der einfach nicht so richtig dazu gehört! Ich wollte nur mehr dazu gehören und auch eine Harley Davidson fahren! Mit meinem Jugendfreund, meinem 1.Harley-Spezi, bin ich dann, nach einer langen Nacht im Harley-Village, nach einem langen Gespräch (mit viel Jacky und dicken Zigarren) über das „Für und Wider“, zum Händlerstand von „Buffalo Tom“. Der war natürlich hoch begeistert dass da wieder einer kam, der schwer infiziert ist und dem er eine Harley Davidson verkaufen konnte! Nach relativ kurzer Verhandlung setzte er ein dickes Grinsen auf, holte einen Kaufvertrag und stillte mein Verlangen. Mit einer kleinen Unterschrift wurde ich stolzer Besitzer meiner ersten Harley Davidson, meiner Ultra Classic in Cobalt Blue & White Gold Pearl. Leider musste ich auf mein Baby noch bis ins Frühjahr 2007 warten, das war mir aber zu diesem Zeitpunkt ganz egal, Hauptsache eine Harley! Außerdem verkürzte mir Tom die Wartezeit mit einem dicken Zubehörkatalog den ich nach kurzer Zeit auswendig kannte. Die erste Teilebestellung viel dem entsprechend groß aus, machte aber meine Ultra zu meinem persönlichem Dream-Bike! Im Mai 2007 war es dann soweit, die Wartezeit hatte ein Ende, Sie war da und ich freute mich wie ein kleines Kind auf Weihnachten! Meine Augen glänzten beim Anblick meines Traums aus Stahl und Chrom und ich glaube, da war auch eine Freudenträne zu sehen! ( Nein, Tränengehören sich nicht für einen echten Harley-Fahrer, angeblich!)
 Inzwischen bin ich 4 Jahre mit meiner Harley zusammen und genieße jeden einzelnen Kilometer mit Ihr. Sie schnurrt wie eine Wildkatze, glänzt in der Sonne, ist zuverlässig wie eine Schweizer Uhr, säuft nicht mehr wie ich, bereitet mir wirklich jeden Tag Freude und im Winter darf mein Baby sogar im Wohnzimmer stehen!
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